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Bruttonationalglück als Staatsziel

Thomas Caspari schreibt interesantes und kritisches zum Staatsziel von Bhutan:

Auf den ersten Blick ein unmögliches Wort! Wie kann man einen so diffus-verheißungsvollen Begriff wie “Glück” in eine Worthülse packen, die eher das trockene Flair einer Wirtschaftskenngröße verbreitet? Wer das Wort zum ersten Mal hört – auf deutsch oder sein englisches Äquivalent, die Gross National Happiness (GNH) – ist verblüfft, belustigt, ungläubig. Entstammt dieses Wort einem Kinderbuch, dem Wahlmanifest der Linkspartei oder gar einem Esoterikratgeber?

Weit gefehlt! Das Bruttosozialglück ist die zentrale Richtschnur, das übergeordnete Konzept, die Vision überall dort, wo es in Bhutan um Planung und Entwicklung geht. Der Legende nach geht das Wort zurück auf einen Ausspruch des Königs Jigme Singye Wangchuck, der einmal gesagt haben soll, dass das Bruttosozialglück wichtiger ist als das Bruttosozialprodukt (“Gross National Happiness is more important than Gross National Product”)

Viele Inhalte des Konzeptes wurzeln seit jeher im kulturellen Erbe der Bhutaner. Dort ist “Entwicklung” gleichbedeutend mit zunehmendem Wissen und persönlicher Erleuchtung. Dieser Weg ist unabdingbar, um die drei Grundübel Unwissenheit, Hass und Habgier zu überwinden. Vor diesem Hintergrund soll der Begriff des Bruttosozialglücks ausdrücken, dass “Entwicklung” mehr Dimensionen aufweist als nur die eines gesteigerten Bruttosozialprodukts, dass es einer Balance zwischen Materialismus und Spiritualität bedarf.

Mehr unter http://www.thomas-caspari.de/bhutan/gnh/index.htm

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